Bild anzeigen Bildunterschrift: Ein gepflegtes Google Unternehmensprofil sorgt dafür, dass Angehörige Sie in einer Ausnahmesituation schnell finden.
Wenn jemand nachts um drei Uhr „Bestatter in der Nähe“ in sein Handy tippt, entscheiden die nächsten Sekunden, ob du den Anruf bekommst. In kaum einer anderen Branche liegt so viel Verantwortung auf diesem einen Moment: Angehörige befinden sich in einer Ausnahmesituation, haben keine Zeit, keine Kraft und keine Lust, lange zu suchen. Sie vertrauen dem ersten Eindruck – und der entsteht heute meist über Google.
Das Google Unternehmensprofil (früher Google My Business) ist dafür dein wichtigstes und dazu kostenloses Werkzeug. Es zeigt dein Unternehmen direkt in der Google-Suche und auf Google Maps: mit Erreichbarkeit, Standort, Fotos und Bewertungen. Wer sein Profil pflegt, wird häufiger gefunden, wirkt vertrauenswürdiger und bekommt mehr Anfragen – ganz ohne Werbebudget.
Im Folgenden zeigen wir dir, worauf es dabei besonders ankommt, wenn du dein Bestattungsunternehmen bestmöglich präsentieren willst.
Bei einem Café entscheidet der Algorithmus über ein paar Klicks mehr oder weniger. Bei dir entscheidet er darüber, ob eine Familie in ihrer schwersten Stunde direkt bei dir landet oder bei deiner Konkurrenz. Drei Besonderheiten solltest du deshalb im Blick behalten:
Erstens wird häufig unter Zeitdruck und außerhalb der üblichen Geschäftszeiten gesucht – nachts, am Wochenende, an Feiertagen. Veraltete Öffnungszeiten oder eine falsche Notfallnummer kosten dich in diesem Moment den Auftrag.
Zweitens lässt sich Vertrauen hier nicht durch Vergleichsshopping aufbauen. Niemand „testet“ mehrere Bestatter. Bewertungen und ein seriöser, professioneller Auftritt übernehmen die Funktion, die sonst das eigene Ausprobieren hätte.
Drittens ist der Ton entscheidend. Fotos, Beschreibungstexte und auch die Reaktion auf Bewertungen müssen würdevoll und einfühlsam wirken – Marketing-Sprache, die anderswo funktioniert, kann hier schnell unpassend erscheinen.
Prüfe zuerst, ob Google bereits automatisch ein Profil für euch angelegt hat, und übernehme es. Trage eueren Namen, Adresse und Telefonnummer exakt so ein, wie sie überall sonst erscheinen (auf der Website, in Branchenverzeichnissen, im Impressum). Uneinheitliche Angaben verwirren nicht nur Google, sondern verunsichert auch Angehörige.
Besonders wichtig: Falls du 24/7 anbietest, muss das aus dem Profil eindeutig hervorgehen. Hinterlege Öffnungszeiten inklusive Sonderzeiten an Feiertagen – und denke daran, dass ein Todesfall sich nicht an Bürozeiten hält.
Wähle „Bestatter“ oder „Bestattungsinstitut“ als Hauptkategorie – das entscheidet maßgeblich, bei welchen Suchen ihr erscheint. Ergänze nur Nebenkategorien, die ihr tatsächlich anbietet, etwa Bestattungsvorsorge, Trauerfloristik oder Grabpflege. Zu viele fachfremde Kategorien verwässern dein Profil schneller, als dass sie zusätzliche Kundschaft bringen.
Nutze die 750 Zeichen, um mit deinen eigenen, ruhigen Worten zu erklären, wer ihr seid und wie ihr arbeitet: seit wie vielen Jahren ihr tätig seid, welche Bestattungsarten ihr anbietet, ob ihr mehrsprachig beratet oder auf bestimmte Konfessionen und Traditionen eingestellt seid. Die ersten 250 Zeichen werden prominent angezeigt – packe dort das Wichtigste hinein: Ort, Kernleistung, das, was euch unterscheidet und auszeichnet.
Fotos entscheiden mit, ob jemand euer Profil überhaupt öffnet. Setzt auf ruhige, professionelle Aufnahmen: Nicht nur Autos, Räume, Särge und Urnen, sondern die Mannschaft authentisch in seriösem Umfeld. Verzicht auf reißerische oder allzu werbliche Bildsprache – hier zählt Würde vor Aufmerksamkeit.
Bild anzeigen Bildunterschrift: Authentische, ruhige Bilder wirken vertrauenswürdiger als gestellte Werbefotos.
Hinterlegt eure Leistungen einzeln und verständlich: Erd-, Feuer- oder Seebestattung, Bestattungsvorsorge, Trauerfeiern, Blumenschmuck, Trauerdruck und Gedenkseiten und so weiter. Wo möglich, nennt Sie auch Preise – das nimmt Angehörigen in einer ohnehin belastenden Situation eine unangenehme erste Frage ab und spart unpassende Anfragen. Es müssen ja nicht detaillierte Einzelpreise – das geht sowieso nicht. Aber Preisrahmen oder Beispielangebote helfen. Jede Wette.
Bewertungen sind gerade in eurer Branche ein zentrales Vertrauenssignal, denn zukünftige Kund*innen orientieren sich stark an den Erfahrungen anderer. Bitte jedoch nicht direkt nach der Beisetzung um eine Bewertung – das ist unangemessen. Ein ruhiger schriftlicher Hinweis einige Wochen später, etwa mit einer Karte oder einem dezenten QR-Code, ist der passendere Weg. Stichwort Bewertungskarte 😉
Antwortet auf jede Bewertung – wertschätzend und persönlich. Auch auf kritische. Nehmt euch bei negativem Feedback bewusst Zeit für die Antwort und bleibt sachlich – eure Reaktion lesen auch alle zukünftigen Angehörigen mit. Und überlegt, was ihr aus der Kritik gegebenenfalls sogar lernen könnt.
Nutzt die Beitragsfunktion, um etwa auf geänderte Öffnungszeiten rund um Allerheiligen, Weihnachten und Silvester und neue Leistungen oder Informationen zur Bestattungsvorsorge hinzuweisen. Kontrolliert dieses Profil regelmäßig – mindestens einmal im Quartal und vor jedem Feiertag – auf Aktualität, denn Google kann Angaben eigenständig anpassen.
Und ihr kennt den Frust, Öffnungszeiten eines Clubs zu recherchieren und dann doch vor Ort vor verschlossenen Türen zu stehen, weil der Laden seit Monaten dichtgemacht hat.
Achte besonders darauf, keine widersprüchlichen Kontaktdaten auf Website und Profil zu führen, keine veralteten Feiertagsöffnungszeiten stehen zu lassen, Bewertungen nicht unbeantwortet zu lassen und keine gekauften oder erzwungenen Bewertungen einzuholen – das merkt Google. Verstößt gegen deren Richtlinien und sorgt schlimmstenfalls für eine Sperrung des ganzen Profils. Nicht schön.
Damit du direkt loslegen kannst, hier die wichtigsten Punkte zum Abhaken:
Grunddaten
Kategorie & Beschreibung
Darstellung
Bewertungen
Laufende Pflege
Quelle & weiterführende Informationen: Seokratie – Google Unternehmensprofil optimieren
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