Gedenkstätte Timeline

Auf Twitter las ich, dass ein Journalist für einen Artikel Menschen sucht, mit denen er über Trauer im Internet reden kann. Dieser Artikel ist in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung erschienen mit dem Titel: Gedenkstätte Timeline

Gedenkstätte Timeline

Über den veränderten Umgang mit dem Tod ist am Ende des Artikels über mich zu lesen:

Jürgen Wolf ist 57 und Geschäftsführer einer Marketing-Agentur. Viele seiner Kunden sind Bestattungsunternehmen. Heute rät er stets dazu, für die Trauernden Online-Gedenkseiten zu erstellen – denn er selbst hat damit gute Erfahrungen gemacht. Am 7. Januar 2018 starb seine Mutter. Nach einem Tag voll mit Familienmitgliedern und Gesprächen, wie die Beerdigung zu planen ist, habe er am Abend alleine vor seinem Rechner gesessen. „Seit 40 Jahren mache ich gerne Fotos und habe sehr viele Bilder von meiner Mutter“, sagt der 57-Jährige. Also habe er die digitalen Fotos zusammengesucht und daraus einen Film gemacht. Das hat er auf der Plattform Vimeo hochgeladen und auf Facebook geteilt. „Das ging schneller als jede Traueranzeige in der Tageszeitung und ist auch sehr viel persönlicher“, sagt er. Beim Erstellen des Videos sei eine Last von ihm gefallen, die Tränen kamen.

Wenige Tage später hat ein Bestattungsunternehmen eine Online-Gedenkseite für die Mutter erstellt, auch da lud er das Video hoch. „Es gab sehr viele Reaktionen, von weinenden Smileys zu lieben Kommentaren“, sagt Jürgen Wolf. Und seitdem schlägt er allen seinen Kunden im Bestattungs-Business vor, diese Seiten standardmäßig anzubieten. „Mit diesen Seiten hat die Trauer nicht ein abruptes Ende. Wir sehen an den Zahlen, dass sie auch nach Monaten noch aufgerufen werden“, sagt Wolf. Es falle vielen Menschen leichter, auf einer solchen Seite das Beileid zu bekunden als in Person. Und der große Unterschied ist: „Wenn im Internet jemand öffentlich sein Mitgefühl ausdrückt, können das alle Angehörigen sehen, das ist bei einer Kondolenz-Karte nicht so.“

Ebenso könnten dort wie auch in den Sozialen Medien, stetig Bilder oder erinnernde Worte hochgeladen werden. Diese Internetseiten könnten zu einer Sammlung von Erinnerungsstücken werden – für alle trauernden Menschen, egal wo sie auch wohnen mögen. Und es bleibt im Bewusstsein: Diese Menschen trauern noch, der Tod reißt eine Lücke und diese Lücke bleibt. „Als ich das Video damals hochgeladen habe, wollte ich die Welt an dem Verlust teilhaben lassen. Ich wollte sagen: Mein Leben ist jetzt ein anderes. Und ihr wisst, warum.“

Matthias Kreienbrink in Frankfurter Allgemeine vom 31.10.2020

Über Trump und neben den Ärzten

Natürlich kann ich absolut nix dafür. Aber…
Es freut mich wie Bolle, das der Artikel dann auch tatsächlich erschienen ist.
Und ich einmal in meinem Leben über Donald Trump und neben den Ärzten zu finden bin 😉

Meine Gedenkseiten im Internet

Die erste Gedenkseite haben wir vor rund zehn Jahren quasi über nacht programmiert. Wobei – es war schon ein ganzes Wochenende mit drei Mann. Als Auftragsarbeit in einem speziellen Trauerfall. Das hat zwar funktioniert. War aber nicht wirklich serientauglich.

Seit dem ist aktuell die dritte Version dann doch serientauglich geworden. Ein Standardprodukt, das wir sogar in unserem Onlineshop als Webmodul – Gedenkseiten – anbieten.

Und tatsächlich war die Gedenkseite für meine Mutter die erste, die wir bei unserem Kunden (Willenbücher Bestattungen, Darmstadt) an den Start gebracht haben.

Autor

Jürgen Wolf

Jürgen Wolf

Mein Blog WORSCHTSUPP trägt nicht ohne Grund den Zusatz: aus-dem-Leben-eines-fast-ALLES-ein-bisschen-KÖNNERS. Ich gehöre zu den Autodidakten, die alles erst einmal selber machen müssen, um zu verstehen, was wie geht, wer was u. U. besser kann und resultierend was wie lange dauert und kostet. Klingt anstrengend – ist es auch. Aber macht enorm fit und verbindlich. Ich weiß, wovon ich rede. Und das mögen Kunden, wenn sie mich was fragen und schnell eine anständige Antwort kriegen ?

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